Ausstellungen
WallfahrtsmuseumIn regelmäßigen Abständen finden im Wallfahrtsmuseum von Neukirchen b. Hl. Blut interessante Sonderausstellungen statt.

Die Sonderausstellungen im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut sind zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen:

Dienstag bis Freitag: 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag: 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.
(vom 01. Nov. bis 15. Dez. ist am Wochenende geschlossen)



Hinterglasbilder der Neukirchner Schule (April 2013 - 15. Sept. 2013) PDF Drucken E-Mail
Made in Neukirchen:
„Hinterglasbilder der Neukirchener Schule aus dem Chodenmuseum Domažlice/Taus“.


Neukirchener Hinterglasbild
Das Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut präsentiert seit 25. April eine Ausstellung mit über 30 Hinterglasbildern aus der Sammlung des Chodenmuseums Taus. Es handelt sich um Malereien, die im 18. und 19. Jahrhundert in Neukirchen und Umgebung angefertigt wurden und die der bekannte tschechische Komponist, Pianist und Ethnograph Jindřich Jindřich (1876-1967) in seine umfangreiche volkskundliche Sammlung aufnahm. Nach seinem Tode bildete diese Sammlung den Grundstock für das Jindřich-Jindřich-Museum in Domažlice/Taus, das dem Chodenmuseum angegliedert ist und derzeit saniert wird.


Die Bilder sind der sogenannten „Neukirchener Schule“ zuzurechnen. Sie sind zum Großteil zum ersten Mal für die Öffentlichkeit zu besichtigen. Die Hinterglasmaler-Werkstätten in Neukirchen b. Hl. Blut und Haibühl erreichten überregionale Bedeutung. Das Aufblühen der hiesigen Hinterglasmalerei ist in direktem Zusammenhang mit der bedeutenden Wallfahrt zum Neukirchener Gnadenbild zu sehen, die eine rege Nachfrage nach religiöser Gebrauchsmalerei mit sich brachte. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts betrieben die Malerfamilien Wittmann und Stoiber die Hinterglasmalerei vier Generationen lang. Sie entwickelten einen eigenen Malstil, der heute unter der zusammenfassenden Bezeichnung „Neukirchener Schule“ bekannt ist.

Hinterglasbild
Die Ausstellung wird im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts „made in Cham | made in Klatovy“ präsentiert, das gemeinsam vom Museumsreferat des Landkreises Cham und dem Muzeum Dr. Hostaš in Klattau/Klatovy durchgeführt wird. Das Projekt wird von der Europäischen Union als Ziel-3-Projekt gefördert und beleuchtet Geschichte und Geschichten von Spezialprodukten aus den Regionen Cham und Klattau.

Die Ausstellung kann bis 15. September besichtigt werden.

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b.Hl.Blut
Marktplatz 10 93453 Neukirchen b. Hl. Blut
www.wallfahrtsmuseum.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag    9 – 12 u. 13 – 17 Uhr
Samstag, Sonntag     10 – 12 u. 13 – 16 Uhr

 
Gudrun Linn: Historische Textilien (Okt. 2012 - 07. April 2013) PDF Drucken E-Mail
Christliche Motive, gestickt auf historischen Textilien aus der Sammlung von Gudrun Linn, präsentiert das Neukirchener Wallfahrtsmuseum ab Donnerstag, 18. Oktober 2012.

Auch die Facette der christlichen Motive aus der umfangreichen Sammlung gewährt einen Einblick in das Leben und Wirken von Mädchen und Frauen der vergangenen zwei Jahrhunderte und zeigt die Produkte fleißiger weiblicher Hände. Zur Ausbildung der Mädchen, ob zu Hause oder in der Schule, gehörte das Erlernen der verschiedenen  Handarbeitstechniken, wie schmückende Nadelarbeit, Nähen, Flicken, Stricken, Häkeln und Vieles mehr. Diese Techniken wurden an einem Mustertuch erlernt und geübt, das später als „Nachschlagewerk“ diente.

KelchAuf vielen der in Süddeutschland und Österreich entstandenen Stickmustertüchern sind christliche Motive dargestellt. Diese oft farbenfrohen Bilder und Buchstaben, auf kunstvoll mit Kreuz-, Platt- oder Stielstich bestickten Tüchern, waren die Vorlagen für das Besticken von Überhandtüchern, Wandbehängen, Altar-, Kelch-, Verseh- und Sargtüchern und Votivbildern.
Ein Verseh- oder Sterbetuch war fester Bestandteil der Aussteuer und fehlte in keinem katholischen Haushalt. Bestickte Fronleichnamstücher schmückten die Fenster frommer Bürger, an deren Häusern die Prozession vorbei ging. Auch Heiligen- und Marienbilder für den Herrgottswinkel, sowie Schutzengelbilder über dem Bett, wurden, meist nach käuflichen Vorlagen, in Gobelinstich gestickt. Diese Gobelinstickbilder fertigten Frauen auch in Heimarbeit zum Broterwerb. In vielen Haushalten war ein auf Lochkarton gestickter Haussegen zu finden. Gebete und Sprüche mit religiösem Inhalt zierten viele Wandbehänge. Die meisten der genannten Textilien waren für den Hausgebrauch bestimmt. Mädchen in Klosterschulen und Nonnen, aber auch Frauen, die der Kirche nahe standen, bestickten, mit viel Fleiß und meist mit rotem Garn, große und kleine Altartücher. In vielen Kirchen, wie auch in der Neukirchener Wallfahrtskirche, sind wunderbare gestickte Votivbilder zu sehen. Nicht zu vergessen die prachtvoll bestickten Kirchengewänder.

Jesukind

Gudrun Linn, Fachlehrerin für Textilarbeit, sammelt seit über 40 Jahren historische Textilien.

HerzDas Interesse für dieses Sammelgebiet wurde früh geweckt, durch zwei Stickmustertücher aus dem zaristischen Russland, die von ihrer Ururgrossmutter als Kind gestickt wurden. Während des Studiums zur Fachlehrerin für Textilarbeit wurde die Sammelleidenschaft durch das Verfassen der Facharbeit mit dem Thema „Mustertuch“ angefacht. Es gab kaum einen Flohmarkt in und um Deutschland, der nicht besucht wurde. Jetzt macht das Internet das Sammeln leichter. Die Sammlung umfasst inzwischen weit über tausend Exponate, die zwischen 50 und 250 Jahre alt sind. Fein säuberlich zwischen Seidenpapier und Mottenstrips liegen die Sammelobjekte in Mappen, Schachteln, Schubladen, Truhen und Schränken. Etliche haben aber auch, im Rahmen hinter Glas, ihren Platz gefunden.

Der Lebenstraum der Sammlerin ist es, die Sammlung in einem Museum ständig präsentieren zu können. Diesem Ziel ist sie mittlerweile sehr nahe. Im kommenden Jahr wird Gudrun Linn in Blaibach das Museum „Frauenfleiß“ eröffnen.


 
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